Modellbau


Modellbaufieber

Seit knapp 3 Jahren bin ich wieder dem Modellbaufieber verfallen, nachdem mein 25 Jahre alter Graupner Pistenbully (die E-Version) auf dem Dachboden aufgetaucht ist.
Es war dann recht schnell klar, dass die alte Funke, die Akkus und vor allem die mechanischen Fahregler nicht mehr zu gebrauchen waren. Der Pistenbully wurde erst einmal zum Staubfänger im Regal.
Ein blöder Kommentar zu meiner Frau brachte erst alles zum Rolllen. Ein neues (echtes) Auto war fällig und wir hatten uns zu einer Testfahrt im Autohaus eingefunden. Im Spass sagte ich dann auf der Testfahrt in etwa: "Wenn du eine Auto kaufst, dann will ich einen RC Heli." Die Antwort lies nicht lange auf sich warten:" OK, warum nicht."
Die Testfahrt ging dann auch Prompt nach Unterensingen zu HSB. Frau testet Auto, Mann kauft Heli. Das volle Program: BMI Carboon II, Multiplex Cockpit und so weiter. Aus heutiger Sicht nur Schrott. Aber wie heisst es so schön: Leergeld muss jeder zahlen.
So jetzt aber im Schnellgang: Pistenbully flottgemacht - ewige Wartezeit auf BMI Ersatzteile - wildes Rumgehopse mit dem Carboon - grauslige Versuche mit Depron -  Carbonstäbe sägen - literweise Sekundenkleber - Kauf einer Graupner MC 12 (auch damit fliegt der Carboon nicht selber) - Schnitt und alles in ebay verhöckert.
Das war definitiv der falsche und vor allem kostenintensive Weg. Ein Plan musste her.

 

Das Studieren von diversen Foren, Gespräche mit anderen Modellbauern (mir wurde erst viel später klar, dass alle in Modellbauläden gearbeitet haben) zeigten dann das Ziel. Das passende Helikopter Modell wurde dann in Ebay gefunden. Preislich recht Interesant und mit allen wesentlichen Bauteilen inklusive Brushless Antriebsmotor und passendem Regler. Aber wieder einmal musste ich feststellen, das Sparen an der falschen Stelle am Ende nur Geld kostet. Die ersten Flugakkus waren innerhalb kürzester Zeit defekt. Die zweite Generation funktioniert nach über 3 Jahren Flugbetrieb heute noch. Markenware heisst das Zauberwort.

 

Das Modell der Wahl: Gensmantel Heaven Up mit diversen Upgrades. Dazu muss ich sagen, dass der Gensmantel Heli sozusagen um die Ecke entwickelt, gebaut und vertrieben wird. Zum fliegen lernen ist das Modell eigentlich zu empfehlen. Der Heave Up ist robust, mechanisch überschaubar, gutmütig zu fliegen und vor allem die Ersatzteile recht preiswert.

Letzteres stellte sich aber bald als Trugschluss heraus. Billig waren die Ersatzteile nicht wirklich, aber andererseits auch nicht überteuert. Herr Gensmantel und HSB wollen ja auch was verdienen.

Die Flugzeit mit NiMH 8 Zeller war aber langfristig nicht so der Hit. Das fliegen Lernen war doch sehr Zäh, obwohl ich zu diesem Zeitpunkt schon 4 Flugakkus hatte. Das Problem war also mehr in der Ladetechnik zu suchen.

Selbstüberschätzung, und vor allem Leichtsinn brachten dann auch zwei kapitale Abstürze mit sich. Der erste hat mich die genialen Alublades gekostet und praktisch denn ganzen Rotorkopf, Heckrohr und all die üblichen Verdächtigen. Beim zweiten Absturz scheitert der Flug an einem fehlenden Streifen Klebefilm. Ich verlor den Empfänger Quarz. Kein weitere Kommentar zu diesem Thema.

Momentan ist der Heaven Up immer noch in meiner Flotte, wird aber wohl so schnell als möglich verkauft.

Dann ging es recht schnell weiter mit T-Rex 450, meine "Reise Heli", da er immer irgendwie in den Kofferraum passt. Obwohl ich mich doch in der Grösse praktisch halbiert habe, geht der T-Rex super zu fliegen. Da ich beruflich das Glück habe in der Firma eine grössere Bereitstellungsfläche zur Verfügung zu haben ist der Rex oft mit bei der Arbeit. Mal eben kurz in der Mittagspause in der beheizten Halle rumdüsen ist klasse.

In einem Anflug von "ich brauch unbedingt" wurde dann ein Flächen Flieger angeschaft. Ein Multiplex Acromaster wurde zusammen geklebt und sofort in einem Mülleimer versenkt. Das Voranstehende ist wörtlich zu nehmen. Ein Lapsus kostete mich hier wieder Lehrgeld. Folgende Reihenfolge beim Modellbau ist meine aktuelle Empfehlung:

  • Modell der Wahl kaufen
  • sauber bauen
  • gebautes prüfen
  • Sender programieren
  • programiertes prüfen
  • wenn möglich einen unparteiischen um Hilfe bei der Endkontrolle bitten
  • und nochmal alle Steuerrichtungen mehrmals auf richte Wege und Richtung prüfen

Lange Rede kurzer Sinn, ich hatte die Querruder falschherum programiert und die Korrektur nach dem Start nach Rechts, ging nach Links. Direkt in den Mülleimer (das einzige Hindernis weit und breit). ELAPOR, das Material aus dem Multiplex seine Flieger schäumt, ist doch recht stabil und die Reparatur war mit wenig Aufwand zu bewältigen. Die Latte für den Flieger war dann schon wieder ein Problem. Scheinbar geht die nur bei mir kaputt. Hab aber jetzt genug Reserven auf Lager. Der Flieger tut immer noch seinen Dienst und hat seitdem keinen Absturz mehr erlebt, trotz wilder und oft auch grauslig schlechter Kunstflug Figuren.

 

Mit Import ging es dann weiter zum nächsten Modell. Der Dollar war im Keller und ich wurde mutig. T-Rex 600..... eine komplettes Paket mit allem Zubehör... direkt aus Hong Kong. Ich lernte Seiten wie "www.zoll.de" kennen und stellte fest, dass die in Bonn auf dem Hauptzollamt recht nett und auskunftsfreudig waren. Nachdem ich alle eventuellen Kosten wusste, der Dollar noch weiter im Keller war, wurde bestellt. Da der Betrag doch recht heftig war (zu verschecken hab ich eigentlich nichts) war das eine Zitterpartie. Zuviele Unbekannte waren da. Aber alles halb so wild, nach zwei praktisch unlesbaren, englischen Emails trudelte nach kurzer Zeit die Versandbestätigung und die Tracking Nummer im Email Postfach ein. Und ich lernte, das der Transport von Hong Kong bis Frankfurt ein Witz ist, jedoch von Frankfurt bis Stuttgart eine Problem darstellt. Der Grund ist einfach, es liegt am Zoll. Alle vorher eingeholten Information stellten sich aber als richtig heraus und der von mir veranschlagte Gesammtpreis war ein Voltreffer oder soll ich sagen Punktlandung. Nun ist also meine Flotte um den T-Rex 600 erweitert worden.

 

Irgendwo dazwischen ist da noch die MC 12 gekauft worden, die dann aber auch recht schnell wieder Zicken gemacht hat. Auch hier musste ich feststellen, dass man oft von Vorurteilen gelenkt wird. Der Graupnerservice war Spitzenklasse und hat mir auf dem wirklich kleinen Dienstweg ein Ersatzteil zukommen lassen. Auf Rechnung bei Erstkontakt, das ist nicht üblich. 2-3 Monate später aber wieder Zicken, aber selber Schukd wenn man an allem rumfummelt. Verdacht auf Totalschaden der MC 12, Kauf einer gebrauchten MC 22 Synth. in Ebay. An einen Traum Verkäufer geraten (im positiven Sinn !!). War eine nicht genutzte 2. Anlage, orginal verpackt mit fettem Akku. Trotzdem Telefonat mit Graupner wegen der MC 12, und siehe da, der Fehler war telefonisch zu lösen. Lediglich der Verlust der programierten Presets hatte ich zu verschmerzen. Heute ist die MC 12 meine Simulator Funke und ist immer mit dabei. Wen es interesiert, ich benutze den AeroFly Professional Deluxe. Ich bin zufrieden damit, und habe am Simulator viel gelernt.

 

Hier endet momentan das Modellbaufieber. Wir haben Winter 2008, es ist verdammt kalt und im Geschäft ist zur Zeit wenig Platz, d.h. der Rex 600 döst vor sich hin. Die Akkus werden aber in unregelmässigen Abständen "belastet", wenigstens mit schweben. Der Rex 450 darf auch bei wenig Platz seine Runden drehen. Ein Paar Zuschauer sind praktisch immer anwesend. Und bestätigen die stetigen Lernerfolge.

Eins noch zum Schluss: Gott sei Dank lernt man das Heli fliegen nicht über Nacht und 3D Flug werde ich noch lange nicht beherschen. Ich glaube ich kauf einen Scale Rumpf das ist eher meine Ding. Wäre ja auch einen nette Winterbastelei....




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